Sonntag - 19. September 2021    
   
 


 
Der Urlaubsort Holtgast mit vielen Ferienwohnungen und Bauernhöfe ist eine Gemeinde in der Samtgemeinde Esens und befindet sich am Benser Tief und dem Schafhauser Wald. Die Landeshauptstadt Hannover ist ungefähr 235 Kilometer von Holtgast entfernt.


Die Geschichte von Holtgast

Holtgast liegt im Landkreis Wittmund in Niedersachsen. Rund 1750 Einwohner leben auf einer Fläche von knapp 24 Quadratkilometern. Holtgast setzt sich aus den Ortsteilen Damsum, Fulkum, Utgast und Holtgast zusammen.

Was bedeutet der Ortsname?

Die erste Silbe des Ortsnamens „Holt“ lässt sich vom Begriff „Holz“ ableiten. Es darf vermutet werden, dass die Ortsgrenze durch entsprechende Gehölze markiert war. Die Silbe „Gast“ weist auf Gemeinschaftsäcker hin, die als „Gaste“ bezeichnet wurden. Der Ortsname lautete bis in das 19. Jahrhundert hinein „Holtgaste“.

Ein geschichtlicher Überblick

Die ältesten namentlichen Erwähnungen von Holtgast gehen bis in das 16. Jahrhundert zurück. Das älteste Dokument ist eine Verkaufsurkunde von 1514. Der Ortsmittelpunkt von Holtgast lag im Mittelalter im „Loog“, was ungefähr dem heutigen südlichen „Brandshoff“ entspricht. Aus dem frühen 16. Jahrhundert ist dokumentiert, dass es die Aufgabe der Holtgaster war, einen Teil des Eseners Befestigungsgrabens instand zu halten und im Winter zu enteisen. Im 16. Jahrhundert wurde die komplette Ortschaft zerstört und abgebrannt. In der Besatzungszeit durch die Holländer und Franzosen im frühen 19. Jahrhundert war Holtgast Teil der Mairie Ochtersum im Kanton Esens. Im Jahre 1885 wurde Holtgast zu einer selbständigen Gemeinde.

Am zweiten Weltkrieg waren ungefähr 95 Holtgaster als Soldaten beteiligt. 28 galten später als gefallen oder in Kriegsgefangenschaft gestorben. Ein Kriegsgefangenenlager wurde im Schafstall des Gasthofs „Ziegelhof“ eingerichtet. Im Jahre 1942 erregte der Absturz eines britischen Bombers das Aufsehen der Holtgaster. Verschiedene Heu- und Strohschober gerieten im Oktober 1944 durch Bombenangriffe in Brand. Verschiedene Häuser wurden in dieser Zeit abgedeckt oder beschädigt.

Nach Kriegsende wurde die Verwaltung von Holtgast durch britische und kanadische Soldaten übernommen. Der Bürgermeister und der Dorfschullehrer wurden mit unbelasteten Personen besetzt. Auf dem Schulgelände wurde im Jahre 1948 eine Wohn- und Sozialbaracke errichtet, um den beengten Wohnraum auszugleichen. Im Anschluss entstanden sechs neue Doppelhäuser auf dem Schulgelände.

Der Zusammenschluss der bisher selbständigen Gemeinden Damsum, Fulkum, Holtgast und Utgast erfolgte im Jahre 1972. Im selben Jahr wurde auch ein neues Feuerwehrgerätehaus errichtet. Ein Kinderspielkreis wurde im Jahre 1973 eingeführt, ein Jugendraum 1977. Erst 1994 wurde der Kernbereich von Holtgast an das zentrale Wassernetz angeschlossen. Neue Bebauungsgebiete entstanden im ausgehenden 20. Jahrhundert: „Im Splitt“, „Lehm- und Tischelweg“, „Achtert Haltestä“, „Ledern Lamp“ und der Ziegelhof.



 


   
Letzte Aktualisierung:
30.01.2021

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